Vorbereitung Männer
Geschrieben von: Andreas Hartmann   

Totgesagte leben länger - 1. Männermannschaft zeigt deutliche Lebenszeichen

Zwar sah es am Sonntagabend im entfernten Eschhofen so aus, als läge der ein oder andere in den sprichwörtlichen „letzten Zuckungen". Dieser Eindruck lag aber eher an dem Kräfteverschleiß des Tages und war somit nicht geeignet, den derzeitigen Zustand der ersten Männermannschaft der HSG zu beschreiben.
Der Sorgenpatient lebt, und das trotz erheblichem Aderlass. Bekanntermaßen haben Sebbi Schmidt und Markus Schwalb den Gang in die BOL angetreten, mit Fabian Karpstein, Chris Wyllie und Jan Kettler haben drei weitere Akteure des letzten Jahres den Verein verlassen. Konsequenz des ganzen: auch Trainerfuchs Jogi Röhrig strich die Segel wegen Perspektivlosigkeit und durfte als „Dank" in einer unsäglichen Schmierenkomödie bei den TSF in Heuchelheim mitwirken, was nun wirklich nicht hämisch, sondern angesichts des von ihm Geleisteten in Mannschaftskreisen mit Bedauern zur Kenntnis genommen wurde.
Der Rest der Verbliebenen stand lange Zeit vor der Frage, ob und wie es weiter geht. Martin Schmitt hielt Wort und ist zurück gekehrt, um seine letzte Aktivensaison bei der HSG zu spielen. Dies unter der Regie unseres neuen Leithammels, Bernd Wagner, dem es schnell gelang, der „Ersten" wieder Leben einzuhauchen.
Viel Schweiß wurde die letzten Wochen vergossen, in denen sich die BuBe´s in drei wöchentlichen Trainingseinheiten von der Schönheit der mittelhessischen Landschaft im Rahmen von Laufeinheiten selbst mehr überzeugen konnten, als dem ein oder anderen lieb gewesen sein dürfte. Die „Dutenhofener Acht" ist mittlerweile auch ein geflügeltes Wort in Buseck und Beuern und wird die Spieler auch noch die nächsten Wochen begleiten. Fitness ist das A und O für die kommende Runde, daran ließ Chefcoach Bernd keinen Zweifel aufkommen.
Sonntag war es dann soweit: nach morgendlicher Laufeinheit und gemeinsamen Mittagessen zum Limburger A-Klasse Aufsteiger MSG Eschhofen. Gegen eine körperlich robuste Mannschaft mit enorm durchschlagskräftigem Rückraum stand am Ende nicht nur ein 28:26-Erfolg; die BuBe´s legten auch offen, mit welcher Art von Spiel in der kommenden Runde zu rechnen sein wird.
So zogen die BuBes dem körperlich Überlegenen Gastgeber in der Abwehr mit einer sehr variabel verschiebenden 5-1-Deckung den Zahn, so dass im gebundenen Spiel der Heimmannschaft nicht viel zustande kam. Viele Angriffsaktionen der Westhessen waren daher eher das Produkt individueller Absprachefehler in der Deckung, Fehler, die angesichts erst einer (!) bis dahin abgehaltener Halleneinheit zu verzeihen waren. Im Angriff hingegen setzte sich die Busecker Beweglichkeit gegen die etwas langsame 6-0-Formation der Gastgeber durch, auch etliche Spielzüge, vor allem aber das Gegenstoßspiel liefen gut. Bis etwa zur 25. Minute war das Spiel ausgeglichen, ehe die Busecker kurz vor dem Pausentee eine 3-Tore-Führung herauswarfen und bis zum Sirene nicht mehr hergaben.
Nach der Halbzeit konnte die Führung, basierend auf gutem Überzahlspiel und etlicher guter Aktionen von Chrissy Scheld im Tor, kontinuierlich auf sechs Tore ausgebaut werden. Danach machte sich ein Nachlassen der Kräfte bemerkbar. Im Angriff stand Eschhofen nun massiver, gleichzeitig wirkte die eine oder andere Angriffsaktion der Busecker noch etwas unausgegoren. Hier machte sich ebenfalls bemerkbar, dass die BuBes ohne etatmäßigen Kreisläufer angereist waren, obwohl sowohl Jan Bronowski als auch Atin Demirci ihre Sache gut machten – wenn auch hier und da etwas unkonventionell. Nichts desto trotz schaffte es die Truppe um Chef Wagner, die Sache über die Zeit zu retten. Trainerfazit: „Für´s erste Spiel net schlecht."
Warum also so ein ellenlanger Bericht, nur für ein Testspiel? Ganz einfach: Er wurde mit den Mitteln errungen, die die „Erste" auch in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Kampf, Dynamik und mannschaftliche Geschlossenheit. Trotz Aderlass hat sich an diesen Tugenden offenbar nichts geändert. Hervorzuheben gilt im Übrigen der Einstand unseres „Juniors" Lars Funk, der nicht nur dank seiner drei blitzsauberen Buden einen feinen Einstand bei den „Großen" ablieferte.

SDC11795b

 
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